Analyse der Situation der weltweiten Leberwurstproduzent_innen

by cominsitu

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Liebe Genossinen und Genossen,

Die Welt steht Kopf. Wohin uns die bahnbrechenden Ereignisse, Aufstände, Rebellionen, aber auch die immer sich tiefer in unsere Lebensverhältnisse eingrabende Krise der kapitalistischen Absatz- und Produktionsklemme der weltweiten Leberwurstprdouktion treiben, das ist ungewiss. Klar ist, nichts wird mehr so sein, wie es einmal war. Und schon jetzt siptz sich die soziale und ökonomische Lage der meisten Menschen zu. Die wirtschaftliche Depression zerstört gewohnte Lebensgemeinschaften, Alltäglichkeiten und soziale Gefüge.

Auch wenn es sich gerade in Berlin und der gesamten, verschissenen deutschen Republik eher nach einem kuschel-warm-weichen Whirpool, umsäumt mit rosarotem Plüsch-Tier-Fell überzogenen Wänden und fluffiger Discomusik anfühlt: Der Schein trügt. Auch hier ist das «Akkumulationsmodell Leberwurst» schon angeschlagener als es scheint.

Und an diesem Punkt liebe Genossinnen und Genossen müssen wir uns doch vor Augen halten, wie die Atomisierung der Gesellschaftlichen Verhältnisse immer weiter voran schreitet. Vereinzelung. Tag für Tag, mehr und mehr psychisch verwirrte, gehetzte und völlig individualisierte Subjektivität.

Und trotzdem: es gibt sie noch immer. Dieser völlig durchgeknallte Gehirnsex. Glücksgefühle wenn man irgendwo seinen Platz findet. Endorphinausschüttung ohne Grenzen, wenn man denn endlich irgendwo ankommt. Wenn die Sehnsucht gestillt wird, Teil des gesellschaftlichen Spektakels zu sein.

Am meisten liebe ich diese ganzen Schwachköpfe der Kreativwirtschaft und Berufspolitiker der NGOs, der alternativen Medizin. Die, die uns unseren Alltag so versüßen, interessanter machen, tag für Tag im Dienste der Weltverbesserung stehen. Wir lieben sie alle: Die DJ´s, die Veranstalter, die Heilpraktiker, Stiftungsfutzis mit ihrem erbärmlichen Sozialdemkoratischen gehabe, die Filmemacherinnen und Theaterfritzen, Booker von spannenden Bands und Veranstaltungen. Sie alle befinden sich Permanent im ihrem Wahn der Eigenwerbung und der Verblendung der totalen Apokalypse auf die wir zusteuern.  Wie Marktschreier. Sieh mich. Liebe mich. Hier bin ich. Schau mal was ich dieses Wochenende mal wieder spannendes inszeniere, dartstelle, veranstalte… Ich hab sogar eine App! Umsonst. Nimm mich! Sieht mich. Warum nicht gleich:Fick mich!?

Wer kennt sie nicht: “projektbezogene Erfolgsgeschichten” aus der gesamten Leberwurst-Kreativ und -Werbebranche, “Do it Yourself Büroräumen” für Leberwurstmode und Leberwurst-Kunst-Vernissages» “We are so fuckin crazy Leberwurst-Parties und Kunstprojekte”, “gefeierten Doktorarbeiten über Postmoderne-Identitäts-Konstruktionen – natürlich verbunden mit einer Performance in einer der angesagt Kunstprojekträume oder hippen Theaterbühnen der Leberszene”? Medienfratzen, die mit ihren glatten, formatierten Sätzen die Banalitäten des Alltags rausposaunen.  Und ihre Message: Seht her: Wir sind. Ich will sein! Du willst sein!

Es sind alles Orte, Momente, Zahnräder des gesellschaftlichen Spektakels der Selbstinszenierung und des Sich-In-Szene setzens. Alles unter den Zeichen der Globalen Leberwurstproduktionskette. Überhaupt, alles dreht sich doch nur noch um die Wurst.

Und, wer nicht an der langen Produktions-, Verwertungs und Konsumtionskette der Leberwaren mitmacht ist überflüssig. Nicht gesellschaftsfähig. Ein Looser. Hier: Hartz 4, hier zu Lande hat man dann noch das Glück sich an der langen Schlange für die Almosenvergabe und Zwangsbefragungen anzustellen. «Wie viel Leberwurst hast du denn noch unterm Kissen gebunkert?», «Teilst du dir denn nicht mit deiner Lebensgemeinschaft die Leberwaren?», «Bist du auch bereit jederzeit, wirklich jederzeit in der Leberwurstreinigungsarmee zu arbeiten?». Ja, liebe Genossen, liebe Genossinnen, diese Fragen, und noch ganz anderen müssen wir uns von den Wurstfingern des Jobcenters mittlerweile alle gefallen lassen. Oder man wird zum Strassen-Leberwurstverkäufer. Aber wer will das schon?

Dann doch lieber die große Alternative. Die Letzte Hoffnung.  Es gibt sie ja noch. Die letzten Orte des Rückzugs. Diese elendigen, langweiligen Zweierbeziehungen wo man sich immer so gut fühlt. Diese ganze Ängste kann man da ablassen und sooo schön ausleben. Ja, oder diese geilen, begehrten Jobs wo man endlich durch die Weltgeschichte reist. Diese tristen Realitäten, wo man sich zwischen Job-Alltag, Zweierbeziehung, Monogamie und Lebensorganisation, Yoga-Stunden, Lesezirklen, Fussballabenden, Freunden – oder ja, Urlaub planen – bewegt. Ja, wo ist denn da das Leben? Wo ist denn da der Höhepunkt? Auf Drogen? Beim Seitensprung? Im Fitnisstudio Nee, ich weiss es: beim Pärchenvideoabend – natürlich! mit Chips!  Und dann vielleicht noch Fummeln!

Das ist doch echt erbärmlich! Das ist doch echt zum kotzen! Das ist doch total langweilig! Das ist doch totaaaaaal langweilig! Das reicht doch nicht. Wem reicht das denn? Das reicht mir nicht! Das reicht uns doch allen nicht! Das ist keine Ekstase, das ist die absolute Öde.

Liebe Genossinnen und Genossen der internationalen Leberwurstproduktion. Und damit meine ich wirklich alle Proletarier aus allen Branchen. Nicht nur aus der direkten Industrieproduktionskette. Auch die Werber, Verkäufer, die Reinigungskräfte, ja, alle, alle, eigentlich wirklich alle Würstchen da!

Die Frage ist doch: was wollen wir? Und was wollen wir tuen? Was fühlen wir? Was denken wir? Wie wollen wir leben? Lieben? Tanzen?  Was sind denn die wahren Dramen des Lebens?

Es ist an der Zeit, liebe Leber-Avantgarde! Es gibt nur noch zwei Wege! Entweder wir bleiben verdammt und vereinsamen, verelenden, ja verdummen sogar, in der Krisenhaften Leberwurstwarenproduktion. Vielleicht mit der Aussicht, dass vielleicht irgendwann auch mal goldene Zeiten in der Massenproduktion von Speck kommen? Ja wollt ihr das denn?

Der andere Weg, und ich glaube es ist der Richtige, meine lieben Genossinnen und Genossen! Wir können Teil des Weltweiten Leberwurst Aufstandes werden. Teil einer globalen, großartigen, neuen Zusammensetzung von Menschen, Gefühlen, Subjektivitäten, Verlangen, Hoffnung, Liebe… Ja, fangen wir an! Jetzt! Verweigern wir ab sofort. Die Warenproduktion der Leberwurst. Den Fetischismus der Liebe, des Lebens, der Arbeit, des kompletten Sein. Fangen wir an Frei zu sein. Auf die Barrikaden zu gehen!

In diesem Sinne: Sofortige Aufhebung des tristen, atomisierten Alltags und der jetzigen Produktionweise der Waren, des Alltags, des Seins. Es lebe die Freiheit! Nehmen wir, was uns gehört! Leberwurst-Pumpernikel für Alle und zwar Umsonst!

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